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Franchise Krankenkasse Schweiz berechnen
Franchise

Krankenkassen Schweiz: Richtig sparen mit der Franchise

Isabel Jakob
Isabel Jakob

 

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Die Franchise ist der einzige Versicherungsbaustein, den Du jedes Jahr aktiv steuern kannst. Die meisten tun es nicht - und zahlen still dafür.
CHF 300 oder CHF 2'500: Zwei Zahlen, ein grosser Unterschied. Wer versteht, wie die Franchise wirklich funktioniert, trifft bessere Entscheidungen - für sich und seine Familie.

 


Franchise

Die Mindestfranchise beträgt seit 2004 unverändert CHF 300 (Art. 64 Abs. 2 KVG). Ein Kaffee kostet heute fast doppelt so viel wie damals.
Der Bundesrat hat eine mögliche Erhöhung auf CHF 400 in die Vernehmlassung gegeben - was aktuell noch kein geltendes Recht ist.

Viele lassen ihre Franchise einfach „laufen" und verschenken damit jährlich ein Sparpotenzial von bis zu ca. CHF 1'540 (abhängig von Wohnort, Alter und Versicherer).

Diese Übersicht dient als Orientierungshilfe - keine Beratungsempfehlung. Die optimale Wahl hängt immer von Deiner persönlichen Situation ab.

Die wichtigsten Modelle im Überblick

Franchise Für wen geeignet Vorteil
CHF 300 Häufige Arztbesuche, chronische Erkrankungen Maximale Planbarkeit
CHF 500 - 1'500 Gelegentliche Behandlungen Balance
CHF 2'500 Selten krank, mit Reserve Tiefste Prämie

 

Welche Franchise passt zu Dir?

Frage 1: Hast Du eine chronische Erkrankung oder regelmässige Behandlungen?

  • Ja → CHF 300: Tiefe Franchise kann je nach Situation sinnvoll sein
  • Nein: Weiter zu Frage 2

Frage 2: Wie oft gehst Du pro Jahr zum Arzt?

  • Kaum → CHF 2'500: Höhere Franchise kann je nach Risiko- und Kostensituation geprüft werden
  • 1–2×: Weiter zu Frage 3

Frage 3: Hast Du ein finanzielles Polster für Unvorhergesehenes?

  • Ja → CHF 1'500–2'500: Mittlere bis hohe Franchise prüfen
  • Nein → CHF 1'000–1'500: Mittlere Franchise als Ausgangspunkt

Fristen - Franchisewechsel & Kassenwechsel

Franchisewechsel: Grundsätzlich auf den 1. Januar. Mitteilung bis spätestens 31. Dezember beim Versicherer.

Sonderfall 1. Juli: Nur beim Standardmodell mit freier Arztwahl und Franchise CHF 300 - keine HMO-, Telmed- oder andere eingeschränkte Modelle. Kündigung bis spätestens 31. März.

Hinweis: Grund- und Zusatzversicherung sind rechtlich getrennte Verträge. Versicherer dürfen nur notwendige Angaben erheben und keine unzulässige Verknüpfung mit Zusatzversicherungen herstellen.

 

Geplante Änderungen

Der Bundesrat hat eine mögliche Anpassung der Mindestfranchise auf CHF 400 in die Vernehmlassung gegeben. (geplante Anpassung)

Wichtig: Diese Änderung ist aktuell nicht in Kraft und kann sich im Gesetzgebungsprozess noch verändern. Es gilt weiterhin CHF 300.

 

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Ordentliche Franchise Erwachsene: CHF 300
  • Kinder: Franchise CHF 0–600, max. Selbstbehalt CHF 350. Mehrere Kinder zusammen maximal wie eine erwachsene Person. 
  • Franchisewechsel: bis 31. Dezember 
  • Kassenwechsel: bis 30. November 
  • Juli-Wechsel: nur Standardmodell + CHF 300

 

 
 

Wie viel kannst Du sparen? (Max. Prämienrabatt gemäss KVV)

Franchise Max. Rabatt/Jahr Das entspricht…
CHF 500 CHF 140 ~2 Kinobesuche
CHF 1'000 CHF 490 Ein Wochenendtrip
CHF 1'500 CHF 840 Ein Kurzurlaub
CHF 2'000 CHF 1'190 Neue Ski-Ausrüstung
CHF 2'500 ca. CHF 1'540 Ein schöner Familienurlaub


(abhängig von Wohnort, Alter und Versicherer)

 


Selbstbehalt

Was ist der Selbstbehalt?

Nachdem Du Deine Franchise erreicht hast, beteiligst Du Dich weiterhin mit 10 % der Kosten (Art. 64 KVG i.V.m. Art. 103 KVV) bis maximal CHF 700 pro Jahr. Danach übernimmt die Grundversicherung weitere gedeckte Leistungen im Kalenderjahr grundsätzlich vollständig.

Gilt nur für kassenpflichtige OKP-Leistungen gemäss KVG/KLV.

 

So funktioniert es - Zone für Zone

Zone 1 – Bis zur Franchise: Du zahlst alles selbst.

Zone 2 – Danach: Du zahlst 10 %, die Kasse 90 % – bis max. CHF 700 Selbstbehalt erreicht sind. Dies entspricht rechnerisch einer Gesamtkostenschwelle von ca. CHF 7'300 bei Franchise CHF 300.

Zone 3 – Ab max. Selbstbehalt: Die Grundversicherung übernimmt die weiteren gedeckten Leistungen im laufenden Kalenderjahr grundsätzlich vollständig.

 

Wann zahlst Du keinen Selbstbehalt?
  • Wenn Deine Kosten unter der Franchise bleiben
  • Bei Mutterschaft (ab 13. Schwangerschaftswoche bis 8 Wochen nach Geburt) 
  • Bei bestimmten gesetzlich definierten Präventionsleistungen – nicht jede Vorsorgeuntersuchung ist automatisch gedeckt. 
  • Sobald Du CHF 700 Selbstbehalt im Jahr erreicht hast

 

Die Formel

1. Arztkosten − Franchise = Restkosten
2. Restkosten × 10 % = Selbstbehalt (max. CHF 700)
3. Franchise + Selbstbehalt = Dein Eigenanteil total

Maximum Franchise CHF 300: 300 + 700 = CHF 1'000 pro Jahr

Maximum Franchise CHF 2'500: 2'500 + 700 = CHF 3'200 pro Jahr

Medikamente: Für die meisten gilt 10 % Selbstbehalt. Bei bestimmten gesetzlich definierten Arzneimitteln kann ein erhöhter Selbstbehalt von 40 % gelten.

 




Rechenbeispiele

Franchise CHF 300 – Kosten CHF 2'000

1. Arztkosten: CHF 2'000
2. Franchise abziehen: 2'000 – 300 = CHF 1'700 Restkosten
3. Selbstbehalt (10 %): 10 % × 1'700 = CHF 170

Du zahlst: CHF 470 | Kasse zahlt: CHF 1'530

 

Franchise CHF 2'500 – Kosten CHF 10'000

1. Arztkosten: CHF 10'000
2 Franchise abziehen: 10'000 – 2'500 = CHF 7'500 Restkosten
3. Selbstbehalt (10 %, max. 700): 10 % × 7'500 = 750 → max. CHF 700

Du zahlst: CHF 3'200 | Kasse zahlt: CHF 6'800 – das gesetzliche Maximum.

 

Sonderfall: Franchise 2'500, Kosten CHF 2'000

Bei Arztkosten von nur CHF 2'000 zahlst Du mit Franchise CHF 2'500 den gesamten Betrag selbst – CHF 2'000. Die Kasse zahlt CHF 0. Eine hohe Franchise lohnt sich nur, wenn das Risiko und das Eigenbudget für Dich tragbar sind.

 

 

Vergleichstabelle & Realitätscheck

Situation (Jahreskosten) Franchise CHF 300 Franchise CHF 2'500 Fazit
Tiefe Kosten (CHF 150) CHF 150 CHF 150 Gleichstand. Aber: 2'500er spart Prämien!
Mittlere Kosten (CHF 2'000) CHF 470 CHF 2'000 Sonderfall: Beim Arzt mehr drauf.
Hohe Kosten (CHF 10'000) CHF 1'000 (max.) CHF 3'200 (max.) Differenz: CHF 2'200.

 

  • Franchise 300 → max. Eigenrisiko CHF 1'000/Jahr (Art. 64 KVG)
  • Franchise 2'500 → max. Eigenrisiko CHF 3'200/Jahr
  • Immer: erst Franchise → dann 10 % → Selbstbehalt max. CHF 700 (Art. 103 KVV)

 


Wann sich ein Wechsel lohnt

Franchise erhöhen oder senken?

Selten krank: Höhere Franchise kann sich lohnen. Empfehlung: mind. CHF 3'000 Rücklagen vorhanden.

Regelmässig Arzt: Tiefere Franchise kann sinnvoll sein. Mehr Schutz bei häufigen Arztbesuchen, Medikamenten oder Therapien.

Kein Polster: Risiko realistisch einschätzen. Ohne finanzielle Reserve kann eine hohe Franchise im Krankheitsfall teuer werden.

Die optimale Wahl hängt von Gesundheit, Lebensstil und finanziellen Reserven ab.

 

Faustregel: Wann lohnt sich die hohe Franchise?

Eine hohe Franchise kann sich in vielen Fällen lohnen – wenn Deine jährlichen Gesundheitskosten unter ca. CHF 1'800–2'000 bleiben. Übersteigen die Kosten diesen Betrag, kann eine tiefere Franchise günstiger sein. (abhängig von individueller Situation)

 

Ausschlaggebende Faktoren

Viele überprüfen ihre Franchise jahrelang nicht - und zahlen dadurch unnötig zu viel. Eine Anpassung kann sich besonders lohnen, wenn:

  • sich Deine Gesundheitssituation verändert hat
  • Kinder älter werden und weniger Arztkosten anfallen
  • sich Dein Einkommen oder Deine Reserven verändert haben
  • Du Prämien sparen möchtest und selten krank bist
  • Du Deine aktuelle Situation lange nicht geprüft hast

 

Die 3 häufigsten Fehler
1. Nur auf die Prämie schauen: Das Modell (HMO, Telmed, freie Arztwahl) muss zu Deinem Leben passen – nicht nur zur Prämie.
2. Keine Reserve einplanen: Mit Franchise CHF 2'500 kann das Eigenrisiko bis CHF 3'200 betragen. Ohne Rücklagen kann das zur Belastung werden.
3. Franchise jahrelang nie überprüfen: Lebenssituation, Gesundheit und Finanzen verändern sich. Was vor 5 Jahren gepasst hat, kann heute zu teuer oder zu riskant sein.

 

 

 

Welche Franchise ist sinnvoll bei Arztkosten

Situation Orientierung
Kaum Arztbesuche Hohe Franchise prüfen
Gelegentliche Behandlungen Oft hohe Franchise sinnvoll
Regelmässige Therapien Tiefe Franchise sinnvoll
Chronische Erkrankung Tiefe Franchise sinnvoll
 
 

FAQ

Lohnt sich eine hohe Franchise?

Das hängt von Deiner Gesundheit und Deinen finanziellen Reserven ab. Wer selten krank ist und das Eigenrisiko tragen kann, kann mit einer hohen Franchise Prämien sparen. Bei häufigen Arztbesuchen oder ohne Rücklagen ist eine tiefere Franchise oft sinnvoller.

 

Wann kann ich die Franchise wechseln?

Die Franchise wird grundsätzlich auf den 1. Januar angepasst. Mitteilung bis spätestens 31. Dezember beim Versicherer. 

 

Was ist der Unterschied zwischen Franchise und Selbstbehalt?

Die Franchise ist der fixe Jahresbetrag, den Du zuerst vollständig selbst trägst (CHF 300–2'500). Der Selbstbehalt ist der 10%-Anteil danach – maximal CHF 700 pro Jahr. 

 

Welche Franchise ist bei Kindern möglich?

Für Kinder ist eine Franchise von CHF 0–600 wählbar. Der maximale Selbstbehalt beträgt CHF 350 pro Kind. Bei mehreren Kindern derselben Familie beim gleichen Versicherer gilt ein gemeinsamer Deckel.

 

Wie viel kann ich mit einer höheren Franchise sparen?

Der maximale Prämienrabatt bei Franchise CHF 2'500 beträgt bis zu ca. CHF 1'540 pro Jahr gegenüber der Mindestfranchise CHF 300. Der Unterschied im maximalen Eigenrisiko beträgt CHF 2'200.

 

Was passiert, wenn ich zu spät kündige oder wechsle?

Eine verspätete Kündigung ist in der Regel unwirksam – Du bleibst beim bisherigen Versicherer und/oder der bisherigen Franchise für ein weiteres Kalenderjahr. Die Fristen sind verbindlich.

 

Wichtige Regeln (oft übersehen)
  • Franchise gilt pro Kalenderjahr
  • Selbstbehalt max. CHF 700 pro Jahr 
  • Medikamente: teilweise 40 % Selbstbehalt möglich
  • Ordentlicher Kassenwechsel: bis 30. November
  • Franchisewechsel: bis 31. Dezember
  • Juli-Wechsel: nur Standardmodell + CHF 300, ohne eingeschränkte Modelle. Kündigung bis 31. März
  • Fristen sind verbindlich 


 

Die hohe Franchise kann sich finanziell lohnen – aber nur, wenn Du das Risiko tragen kannst. Die richtige Entscheidung ist immer individuell.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Beratung dar. Massgebend sind KVG/VVG sowie die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Stand 2026.

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